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ÖBB und Siemens bauen barrierefreie Züge

Ab 2022 sollen erste behindertengerechte Tag- und Nachtgarnituren nach Italien fahren.

Ab 2022 wollen die ÖBB erstmals barrierefreie Fernzüge bereitstellen. Die künftigen Tag- und Nachtzüge, die anfangs nach Italien geführt werden, werden derzeit in Zusammenarbeit mit Siemens und dem Österreichischen Behindertenrat entwickelt. So wird etwa durch den erstmaligen Einsatz von Niederflurwagen im Fernverkehr bei den ÖBB ein barrierefreier Einstieg möglich, teilte das staatliche Unternehmen am 8. April 2019 mit. Die ersten acht Züge sind für die Strecke von München über Innsbruck nach Verona reserviert. Später sollen weitere Verbindungen folgen, erläuterte ein ÖBB-Sprecher auf APA-Anfrage.

Forderungen des Behindertenrates

Der Bereich für Menschen mit eingeschränkter Mobilität im Tagzug wird neu gestaltet und im Nachtzug vergrößert. Rollstuhlfahrer wollen mit der gleichen Ausstattung wie alle anderen Reisenden auch unterwegs sein und beispielsweise einen Tisch und Leselampe haben. Blinde Menschen benötigen ertastbare Informationen und Auffindetöne im Türbereich zur Orientierung. Alles was akustisch gesagt wird, soll an einem Bildschirm zu lesen sein, fordern wiederum gehörlose Personen. Personen mit psychischen Beeinträchtigungen sind ruhige Bereiche und Rückzugsmöglichkeiten wichtig, da Gedränge zu Stresssituationen führen kann.

In der Zusammenarbeit mit dem Behindertenrat wurden Erkenntnisse gewonnen, die nun bei der Konzeption und Konstruktion der neuen Züge berücksichtigt werden. Bei 17 von 18 Themenkomplexen werden ÖBB und Siemens nach Anmerkungen der Arbeitsgruppe des Österreichischen Behindertenrates Verbesserungen umsetzen.

"Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert. Darum ist es wichtig Menschen mit Behinderungen frühestmöglich, kontinuierlich und auf Augenhöhe in Planungsprozesse einzubeziehen. Dann werden die gemeinsam entwickelten Produkte und Dienstleistungen für alle gut nutzbar sein," so Emil Benesch, Leiter der Arbeitsgruppe des Österreichischen Behindertenrates.

PA/red/TL

Bildcredit: ÖBB/Katharina Stögmüller