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Buchungsportale arbeiten mit manipulierten Ranglisten

 

Man darf nicht alles glauben was man liest. Eine neue Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaft (ZEW) kritisiert die Darstellung verlockender Angeboten auf Buchungsportalen. Insbesondere betroffen sind die Anbieter Booking.com und Expedia. Eingesetzt werden visuelle Hilfsmittel wie bunte Warnungen oder hervorgehobene Last-Minute-Angebote. Diese entsprechen oft nicht der Wahrheit. Menschen werden dazu gebracht Affektbuchungen zu tätigen. Damit treffen sie oft nicht die besten Entscheidungen wie die Studie des ZEW belegt. Kontrolliert wurden 18.000 Hotels in 250 Städten. Die Studie dauerte mehrere Monate und kam zu dem Ergebnis, dass die Rangliste der Hotels und die hervorgehobenen Empfehlungen, oft nicht im Sinne der Nutzer sind. Jedes vierte Hotel lässt sich laut Studie auf dessen Website günstiger buchen. Das Vorgehen der Buchungsplattformen wird von den Forschern der Studie erklärt. Wird eine Unterkunft auf einem anderen Portal günstiger angeboten, wird diese auf dem Eigenen schlechter gelistet. Je größer der Preisunterschied ist, desto stärker wird das Hotel durch die Buchungsportale abgestraft. Daraus ergibt sich eine schlechtere Sichtbarkeit von günstigen Angeboten und die Darstellung eines verfälschten Angebots. „Letztlich werden Hoteliers damit gezwungen, das günstigste Angebot auf die Seiten der Buchungsportale zu stellen. Dadurch gebe es keinen fairen Wettbewerb und das sei schlecht für die Verbraucher“, bemängelt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotelverbandes (IHA) Markus Luthe die Ranglisten der Buchungsportale.

Expedia begründet die unterschiedlichen Listungen der Angebote mit den Userbewertungen der Gäste. Am besten gelistet werden die Hotels die den Erwartungen der Kunden gerecht wurden. Positive Bewertungen und günstige Preise sind dafür auschlaggebende Parameter. Booking.com erklärt die Rankings der von ihnen angebotenen Hotels mit einem automatisierten Algorithmus. Dieser ist auf dem Kundenfeedback aufgebaut.

„Nutzer sollten sich im Internet immer auf mehreren Seiten und auch auf den eigenen Auftritten der Hotels umschauen, um Preise einschätzen zu können. Durch Meldungen wie ´Nur noch zwei Zimmer verfügbar´ oder ´Super-Schnäppchen´ dürften sich Buchende nicht unter Druck setzen lassen. Das seien psychologische Tricks, bei denen sich der Wahrheitsgehalt nicht überprüfen lasse. Nutzer sollten immer einen kühlen Kopf bewahren und Preise ohne Druck vergleichen - ansonsten buchen sie am Ende ein angebliches Schnäppchen, das gar keines ist“, empfiehlt Lisa Högden von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

DK

 

 

Bildcredit: Pixabay