Skip to content. | Skip to navigation

© pixabay

Warnung vor Reisechaos nach Brexit

Im Falle eines ungeregelten EU-Austritt Englands werden Ausfälle erwartet.

Während ein geregelter Brexit keine großen Auswirkungen für Reisende hätte, könnten sich im Falle eines "harten" Brexits teils gravierende Konsequenzen ergeben. Nach dem 29. März würde im Vereinigten Königreich kein EU-Recht mehr gelten. "Reisende sollten daher auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Es gilt abzuwarten und sich bis dahin immer wieder kurzfristig zu informieren", rät ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Flugexperten erwarten zudem Ausfälle und Verzögerungen.

"Ratsam für kurzfristige Flugbuchungen ist es, die AGBs der Airline genau zu lesen – denn eine eventuelle 'Brexit-Klausel' könnte den entschädigungsfreien Ausfall des Fluges aufgrund des Austritts vorsehen", sagt die Expertin des ÖAMTC. "Wer demnächst eine Fernreise plant, sollte Zwischenstopps in Großbritannien vermeiden. Denn es lässt sich nicht abschätzen, wie groß das Chaos nach einem Brexit sein wird."

Fluggastrechte: Zwar hat das Vereinigte Königreich angekündigt, die EU- Fluggastrechte weiterhin zu wahren (genauso die Passagierrechte von Bahn-, Bus- und Schiffsreisenden) – Passagiere hätten damit wie gewohnt Ansprüche bei Verspätung oder Annullierung. "Auf der sicheren Seite ist man jedoch, wenn man eine Airline bucht, die ihren Sitz in der EU hat", weiß Pronebner.

Einreise nach Großbritannien: Dass man nach dem Brexit nur noch mit Visum einreisen darf, ist unwahrscheinlich. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, dass britische Staatsangehörige für Kurzaufenthalte (bis 90 Tage) in der EU kein Visum brauchen – sofern dasselbe für EU-Bürger, die nach Großbritannien reisen, gilt. "Es empfiehlt sich aber, rechtzeitig vor der Reise Kontakt mit der britischen Botschaft in Wien aufzunehmen", so die ÖAMTC-Expertin.

Anreise mit Auto: Die britischen Behörden haben angekündigt, dass sich für Besitzer eines EU-Führerscheins auch nach dem Austritt nichts ändern wird. Das Mitführen eines internationalen Führerscheins ist nicht notwendig. "War die Mitnahme der Grünen Versicherungskarte bisher nur eine Empfehlung, wird sie künftig jedoch zum Muss", weiß die Juristin. "Außerdem sollten Autoreisende die Bedingungen ihrer Kfz-Haftpflicht-, Kasko- und Rechtsschutzversicherung prüfen, ob diese auch Schäden im Gebiet des Vereinigten Königreichs abdeckt."

Krankenversicherung: Die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) wird von den gesetzlichen Krankenkassen kostenlos zur Verfügung gestellt und ist meist auf der Rückseite der e-Card zu finden. Im Falle eines harten Brexits würde die EKVK jedoch ihre Gültigkeit verlieren. Dann empfiehlt es sich, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.