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Warum ich gegen Soziale-Medien-Einschränkungen für Wolf & Co. bin

 

Dieser Tage ist (nach der Vorlage eines Wrabetz-Papiers, wonach sich die
TV-Gesichter des Staatsfunks tunlichst politischer Statements in den sozialen Medien enthalten sollen) eine heftige Diskussion darüber entbrannt. Armin Wolf etwa fährt mit dem Recht auf freie Meinung schweres Geschütz auf, viele Fernsehstars wollen sich nicht einschränken lassen.

Was ist ein ORF-Star?

Das ist jemand, der täglich davon profitiert, dass der ORF die höchsten Reichweiten hat. Wer aus dem ORF-Kastl schauen darf ist binnen weniger Monate prominent. Wurscht, was er sonst (charakterlich, menschlich, intellektuell, empathisch, verbal etc.) zu bieten hat. Im ORF steht ihm/ihr ein ganzes Team zu Verfügung: Maske, Berater, Redakteure, Korrespondenten, PR-Team, Assistenten, Experten aber auch Polit-Einflüsterer, Lobbyisten, Mitläufer, Schleimer etc. Wer also im ORF tanzt, erhält viel Zuspruch und seine privaten Accounts gehen durch die Decke. Dank dem ORF. Dank der höchsten Reichweiten des Landes. Ohne ORF wären Wolf und Co Armutschkerln in den Facebook, Twitter und sonstigen Welten... Das wissen die – bestreiten es aber wehement (ich weiss, man schreibt das mit „v“) no na!

Nun wäre es doch  v ö l l i g  normal, wenn der Dienstgeber (um politische Unabhängigkeit bemüht als  ü b e r p a r t e i l i c h e s  Instrument) seinem Mitarbeiter Weisungen erteilt, wie der in der Öffentlichkeit aufzutreten hat. Denn irgendwas sollte man ja wohl für eine Monster-Gage, für Bekanntheit, Ruhm und die damit verbundenen Privilegien, seiner Firma zurückgeben.

Jedes erfolgreiche Unternehmen der Welt gibt Benimm- und Öffentlichkeitsregeln aus. Jeder leitende Mitarbeiter der meisten Medienunternehmen auf diesem Planeten muss Verträge akzeptieren, die das Comment seines Auftretens und seines Verhaltens in der Öffentlichkeit regeln. Die meisten derartigen Verträge gehen deutlich über das Verhalten am Arbeitsplatz hinaus. Dabei hilft einem das „Recht auf freie Meinung“ gar nix, weil du fliegst aus deiner Firma, wennst dich nicht daran hältst. Auch in den sozialen Medien.

Bei Red Bull-Mateschitz ist totales Interviewverbot angesagt, Chanel hat irre Regeln für seine Top-Models, bei Coca Cola darfst zum Thema „Zucker“ und „Fettleibigkeit“ net amoi husten und in der ÖVP ist der „wie wir auf einer Argumentationslinie nach außen auftreten“ mittlerweile mindestens 420 Mails und interne Erläuterungen lang. Wer dagegen verstößt         (Christan Dior Gallianos antisemitische Wortspenden haben dem Designer erfreulicherweise sofort und postwendend das Gnack gebrochen) oder sich danebenbenimmt oder die Unternehmensrichtlinien (zB. wir äußern uns nicht politisch in der Öffentlichkeit) missachtet, der wird gefeuert. Ohne Gnade. Such is business. Weltweit.

Und nur beim ORF sollens neben dem fetten Salär, der Berühmtheit, den Privilegien, den geschmalzenen Werbeeinnahmen das Unternehmen im „Privatleben“ politisch beschädigen dürfen, ihre verliehene Macht zur persönlichen Politmacht ummünzen dürfen?

Wer hätte dafür Verständnis außer Lou Lorenz Dittelbacher, über die selbst in SPÖ Kreisen im ORF Verzweiflung herrscht, dass sie dem Unternehmen (Blümel Interview) damit geschadet hat...

Trotzdem bin ich dafür, dass Wolf und Co alles rauskotzen sollen, was sie so an Polit-Überzeugung bewegt und womit sie ihre Umwelt beglücken, erziehen, umformen, gutschreiben und/oder manipulieren wollen.

Warum?

Ganz einfach: Weil sich dann schwarz auf weiß nachweisen und nachlesen lässt, wes Geistes Kinder sie sind und woher ihr politisches Sendungsbewusstsein (im doppelten Sinn des Wortes) kommt. An ihren Äußerungen in den sozialen Netzwerken erkennst jemanden blitzschnell.

Während im ORF selbst das Spiel mit verdeckter Polit-Manipulation  t ä g l i c h  kläglich und erbärmlich zelebriert wird. Mit der Auswahl der Themen, der Selektion der Studiogäste, der Kommentatoren, der Gewichtung, via agressiver Fragetechnik, mit der Unterbrecher-Brechstange etc.

Weshalb es  v i e l  wichtiger wäre, die ORF-Arbeit auf Sendung besser und strenger zu reglementieren. Die verdeckte, kaschierte, hinterfotzige Manipulation zu hinterfragen und aufzudecken und abzustellen, und mittels sauberer kontrollierender und moderierender Manager (ohne deshalb die journalistische Verantwortung des Beitrags-Verfassers einzuschränken oder zu schmälern) im Sinne des Rundfunkgesetzes dafür zu sorgen, dass das dort murmeltiermässig gepflegte Schindluder endlich ein Ende nimmt. In den Nachrichtensendungen ebenso wie in den Landesstudios. Wurscht, welches Couleur davon grade profitiert.

Deshalb sollen Wolf und Co. jedweden persönlichen Gedanken, und sei er noch so parteilich oder schwachsinnig, ohne Einschränkung posten dürfen. Damit sie erkennbar und durchschaubar bleiben.

Für uns alle, die wir keine ORF-Polit-Bevormundung brauchen sondern die 
unabhängige, parteifreie Sachberichterstattung fordern!

 

Bildcredit: Pixabay