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Handwerkskunst kann in Tschechien bewundert werden

 

Der Blaudruck (tschechisch: „Modrotisk“) ist eine Stoffdrucktechnik, die in Europa seit dem 18. Jahrhundert in Tschechien, Slowakei, Deutschland, Ungarn und Österreich gepflogen wird. In den genannten fünf Ländern ist er jetzt von der UNESCO zum immateriellen Welterbe ernannt worden.

Vor allem in Tschechien in der Region Valašsko, die mährische Walachei, befinden sich Familienbetriebe, die diese Handwerkskunst pflegen: In der 1906 gegründeten Werkstatt der Familie Joch im südmährischen Stražnice (Straßnitz) kann der Besucher den Künstlern über die Schulter schauen. Der Betrieb ist ganzjährig geöffnet. In dem daneben befindlichen Laden werden Kleider mit Blaudruck ebenso angeboten wie Kalender, Schürzen, Ofenhandschuhe, Tücher und Taschen. Weiters gibt es in der Werkstatt der Familie Danzinger im südmährischen Olešnice (Oels) fünfzigminütige Führungen, die über die tschechische Homepage (http://www.modrotisk-danzinger.cz) buchbar sind. Das Geschäft dazu hat jeweils Montag bis Freitag von 9 bis 15.30 Uhr geöffnet. Es existiert aber auch ein Online-Shop. Vor wenigen Jahren entdeckte die junge Modeszene Tschechiens das Verfahren für sich. Designer wie Klára Nademlýnská, Veronika Vimpelová oder Martina Dvořáková nahmen sich der alten Handwerkstechnik an und entwickelten mit ihr eine neue Formensprache.

Einige der Holzformen für den Blaudruck sind bis zu 300 Jahre alt, und werden bereits von der siebenten Drucker-Generation verwendet. Dabei wird der Stoff mit einer Spezialmischung bedruckt, die beim Färben im Indigobad das Durchfärben verhindert. Nach dem Abtragen der Mischung wird das Muster sichtbar, das in der ursprünglichen Farbe auf blauem Untergrund unterschiedlicher Sättigung zum Vorschein kommt.

Bildcredit: www.czechtourism.com