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Blick auf Kotor in Montenegro

Hotels in Montenegro stehen oft leer

Der Kleinstaat an der Adriaküste lebt zwar vom Tourismus, leidet aber unter Besuchermangel.

Der Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen Montenegros, lässt noch zu wünschen übrig. Nach Worten von Rade Ratkovic, dem Vorstand der Fremdenverkehrsfakultät in Budva, ist einerseits die Fremdenverkehrssaison im Adriastaat weiterhin die kürzeste im ganzen Mittelmeerraum - sie dauert nur gut zweieinhalb Monate. Andererseits ist die Auslastung sehr niedrig.

Ratkovic erklärte gegenüber dem Internetportal "Analitika" am Montag, dass in den ersten vier Jahresmonaten insgesamt 452.487 Nächtigungen registriert worden seien. Die Auslastung der Hotelkapazitäten erreichte damit nur acht Prozent. Ein weiteres Problem stelle die nicht registrierte Ferienwohnungsvermietung dar. Schätzungsweise werden in der Grauzone jährlich zwischen acht und zehn Millionen Übernachtungen verbucht, sagte Ratkovic.

Die kolportierten Einnahmen vom Fremdenverkehr in der Höhe von einer Milliarden Euro hält Ratkovic für stark übertrieben. Objektiv würden die Einnahmen der Fremdenverkehrswirtschaft seiner Einschätzung nach um die Hälfte niedriger liegen.

Staatsverschuldung Montenegros stark gestiegen

Die Staatsverschuldung Montenegros hat seit 2006, als das Land seine Unabhängigkeit wieder erlangte, stark zugenommen. Ende des Vorjahres erreichte die Staatsverschuldung laut Angaben des Finanzministeriums 2,8 Milliarden Euro bzw. 68,26 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Als einer der Hauptgründe für den starken Anstieg der Verschuldung gilt ein Kredit der chinesischen Exim Bank im Wert von 516 Mio. Euro, der für den Bau einer 41-Kilometer langen Autobahnstrecke nördlich von Podgorica bestimmt war. Ihre Fertigstellung wird im kommenden Jahr erwartet.

APA/red/TL-11062019

Bildcredit: Pixabay