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Brand in Notre Dame hat schlimme Folgen

Dass der Städtetourismus nach Paris einknicken wird, erwarten Touristiker nicht.

Der Schock und die Betroffenheit sitzen ob dem Großbrand in der Kathedrale Notre Dame de Paris tief. „Das Ganze ist schlimm, schrecklich. Aber es wird keine Auswirkungen auf den Tourismus in Paris haben. Denn es ist ein Unfall gewesen, auf keinen Fall ein terroristischer Anschlag", beschwichtigte Verkehrsbüro-Vorständin Helga Freund gegenüber der APA. Auch Österreicher, die bereits einen Urlaub in die französische Hauptstadt gebucht hätten, dürfte die Brandkatastrophe nicht davon abhalten, die Reise anzutreten. „Jeder, der Paris besucht, wird natürlich dort vorbeischauen, um zu sehen, wie das denn jetzt aussieht ...", so die Touristikerin.

Wertvolles Kulturgut zerstört

Ähnlicher Meinung ist der Präsident des Österreichischen ReiseVerbands (ÖRV), Josef Peterleithner. „Man fährt nicht nach Paris, weil man die Notre Dame sehen will. Sondern man fährt, weil man auch die Notre Dame sehen will", sagte er im Gespräch mit der APA. „Ich glaube, dass das touristisch keine Auswirkungen haben wird." Kalt lässt die Brandkatastrophe am Beginn der Karwoche aber niemanden. "Es ein Wahnsinn, dass Teile eines so wertvollen Kulturgutes zerstört sind - auch wenn man es wieder aufbaut", stellte Peterleithner fassungslos fest. Auf der anderen Seite könne man froh sein, dass Teile gerettet wurden. Für den einen oder anderen Touristen werde es „ein besonderer Reiz“ sein, sich nun anzusehen, „wie groß der Schaden wirklich ist“. Andere hingegen werde mehr interessieren, wie lange sie nicht in die Kathedrale hinein dürfen.

Doppelt so viele Besucher wie Stephansdom

Die Pariser Binneninsel Ile de la Cité in der Seine – auf der das weltberühmte Wahrzeichen Notre Dame steht – ist der älteste Teil der französischen Hauptstadt. Derzeit ist sie aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Dank des Einsatzes von 400 Feuerwehrkräften soll die Struktur der Pariser Kathedrale - inklusive der beiden Türme - sowie ein Großteil der wertvollen Kunstwerke gerettet worden sein. Für den Wiederaufbau gibt es bereits millionenschwere Spendenzusagen.

In den nächsten Tagen werde das französische Kulturministerium zudem eine offizielle Website für Spender starten, hieß es seitens der France Tourism Development Agency "Atout France" in Wien. In der Notre Dame de Paris zählt man jährlich doppelt so viele Besucher wie im Wiener Stephansdom, nämlich rund 13 Millionen.

APA/Red/KaM

Bildcredit: pixabay