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Weniger Komfort aber günstige Preise

 

Ab 2020 will die EU den Bahnverkehr liberalisieren

 

Von Frankfurt nach Barcelona für 20 Euro - das ist für Billigflüge kein ungewöhnlicher Preis mehr. Doch wer den Weg lieber im Zug zurücklegen möchte, kommt nicht unter 80 Euro davon. Ab 2020 könnte sich das aber ändern - theoretisch. Ab dann möchte die Europäische Union den Bahnverkehr liberalisieren. EU-Mitgliedsstaaten sollen ihre Bahnnetze für alle europäischen Wettbewerber öffnen. Damit wäre der Weg frei für ein „Ryanair“ der Gleise, das europäische Ziele günstig miteinander verbindet. Dass sich darüber aber nicht alle freuen, zeigt sich jetzt schon. Denn die Billigmodelle machen den staatlich kontrollierten Monopolisten starke Konkurrenz.

2012 nahm das Startup Italo Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Mailand und Rom in Betrieb. Heute betreibt das Unternehmen Verbindungen zwischen 17 Städten und hat einen Marktanteil von 30 Prozent. Marktführer Trenitalia musste deshalb auf allen Strecken, die auch Italo befährt, seine Ticketpreise um knapp mehr als 40 Prozent senken.

Auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte hofft Flixtrain. Der Fernbus-Anbieter greift seit 2018 die deutsche Bahn auch auf der Schiene an. Zwischen Köln und Hamburg sowie Stuttgart und Berlin sind die Tickets mit Preisen ab 10 Euro deutlich günstiger als beim großen Konkurrenten. Passagiere müssen dafür auf den Komfort neuer Züge und auf WLAN verzichten. Doch ob sich die Billigkonkurrenz langfristig im Wettbewerb halten kann, ist fraglich.

Bildcredit: FlixTrain