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Die anfängliche Euphorie über eine österreichische Lösung für die Niki-Nachfolge wurde von

 

Seit Monaten schafft es Niki Lauda regelmäßig in die Medien. Oftmals wird seine Laudamotion kritisiert

 

Als Airline-Gründer wie auch als Formel 1-Weltmeister ist Niki Lauda Wiederholungstäter. Mit Lauda Air und Niki konnte er einige Erfolge feiern, geriet aber auch regelmäßig in die Kritik. Ein Schicksal, das auch seinem neuen Carrier Laudamotion nicht erspart bleibt. Viel wurde darüber in den letzten Wochen und Monaten geredet und gemunkelt.

Arbeitnehmervertreter empörten sich über die Kollektivverträge, die Lauda anbot. Luftverkehrsexperten wunderten sich angesichts enger Zeitrahmen über die großen Pläne, die „Niki Nationale“ für sein neues Airline-Projekt verkündete: Im Februar, ganz ohne bestehende Infrastruktur, einen Ferienflieger aus dem Boden zu stampfen, wie soll das gehen?

 

Condor eilte zu Hilfe

Wie es aussieht, nahm Lauda nun eine Kurskorrektur vor. Zwar geht diese Woche noch die eigene Laudamotion-Website online, womit Flüge erstmals direkt gebucht werden können, aber von den 38 Maschinen, die Niki zu Zeiten als Air Berlin-Tochter im Einsatz hatte, werden wohl nur 15 bis 20 für die Laudamotion starten. Das verkündete am Wochenende zumindest die Bild am Sonntag.

Die Reaktion Laudas ließ nicht lange auf sich warten. Der ließ über den österreichischen Boulevard ausrichten, dass die Berichte alle Blödsinn seien. Am Freitag gibt es eine Pressekonferenz, die Buchungen über die Vertriebskanäle der Thomas Cook-Tochter Condor laufen ohnehin gut.

 

Ungenutzte Start- und Landerechte

Sieht man sich den Bericht der Bild am Sonntag genauer an, so wirkt er aber gar nicht so substanzlos. Dort steht, dass 26.000 der 60.000 Start- und Landeslots zurückgegeben worden seien. Sie würden verloren gehen, wenn sie zu weniger als 80 Prozent genutzt würden. Das lässt auf eine Reduzierung der Flotte schließen. Das Luftfahrtportal Austrian Aviation geht mit der Kritik noch weiter. Anders, als von Lauda ursprünglich angekündigt, wird Laudamotion zunächst nicht als Full-Service-Carrier auftreten, sondern ähnelt mehr einem Condor-Klon. Flugtarife und Bordcatering werden sich nicht von der Partner-Airline unterscheiden. Überraschend ist das nicht, denn die großen Ankündigungen Laudas waren kaum mit Zeitplan und Preispolitik vereinbar.

Laudamotion wird also ein weiterer Low-Cost-Carrier mit Buy-on-Bord-Konzept. Die Mitarbeiter werden derzeit entsprechend umgeschult. Der Sparkurs trifft die Crews auch an anderer Stelle: Sie müssen die Reinung der Flugzeugkabinen selbst durchführen. Normalerweise gibt es dafür Putztrupps. Dass nur ein Bruchteil der einst rund 1.000 Niki-Mitarbeiter ein Jobangebot von Laudamotion bekommen hat – auch hier hatte Lauda anderes versprochen – verwundert da auch kaum mehr.

Bildcredit: Archiv