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Hoffnungsschimmer für insolvente Airline Germania

Die Wiederaufnahme des Flugbetriebs auf profitablen Strecken ist nicht ausgeschlossen.

Für die deutsche Fluggesellschaft Germania zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab. Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg sei in Gesprächen mit mehreren Investoren über ein Engagement bei der Berliner Airline, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Interessiert seien vor allem Fluggesellschaften aus dem In- und Ausland. Eine der Optionen, die durchgespielt werde, sei die Wiederaufnahme des Flugbetriebs auf profitablen Strecken. Sollte dies gelingen, dürfte es aber auf deutlich weniger Maschinen hinauslaufen als die 27, die zuletzt für Germania im Einsatz waren. Im Laufe des Tages sollen sich dem Insider zufolge auch die Gläubiger der Airline treffen und die Lage beraten. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte sich dazu nicht konkret äußern. Er bekräftigte allerdings, dass es Gespräche mit Interessenten gebe und verwies auf eine Sitzung des vorläufigen Gläubigerausschusses.

Germania war unter dem Druck sinkender Ticketpreise, schwacher Auslastung im Winter und gestiegener Treibstoffkosten das Geld ausgegangen. FaktuM berichtete Anfang Februar über die Insolvenz des Charterfliegers und die Einstellung des Flugbetriebes. Von der Insolvenz betroffen sind in Deutschland knapp 1.700 Beschäftigte, darunter etwa 400 Piloten und 580 Flugbegleiter. Ein Teil des fliegenden Personals müsse die Flugzeuge alle zwei Wochen in die Luft bringen, damit deren Betriebsgenehmigung nicht verfällt, hatte Wienburg Anfang Februar betont: "Unser vorrangiges Ziel ist es, die Fluglinie betriebsbereit zu halten, um die Start- und Lande-Slots behalten zu können."

Branchenkenner hatten sich zuletzt eher skeptisch zu den Perspektiven von Germania geäußert. Kleinere Airports, die besonders unter dem Wegfall von Germania-Flügen leiden, haben zum Teil bereits Ersatz gefunden. So will der Charterflieger Corendon Airlines etwa von den Flughäfen Bremen und Münster/Osnabrück aus Ferienziele anfliegen. Bremen und der Airport in Dresden bieten künftig auch Verbindungen der Stralsunder Fluggesellschaft Sundair an.

APA/Red

Bildcredit: Pixabay