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© Boeing

Boeing gesteht Softwarefehler ein

US-Flugzeugbauer korrigierte Flugsimulatorsoftware für 737-MAX-Maschinen.

Nach den Abstürzen von zwei 737-MAX-Maschinen in den vergangenen Monaten hat der US-Flugzeugbauer Boeing erstmals Fehler bei Software für seinen neuen Flugzeugtyp eingeräumt. Mittlerweile seien Korrekturen an der Flugsimulationssoftware für die 737-MAX-Maschinen vorgenommen und die Nutzer darüber informiert worden, teilte das Unternehmen am Samstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP mit.

Mit den Änderungen an der Software solle sichergestellt werden, dass die Flugsimulation "repräsentativ für verschiedene Flugbedingungen" sei, hieß es in einem E-Mail an AFP. Mit der Mitteilung räumte Boeing erstmals ein, dass es einen Konzeptionsfehler in einer Software zu den Maschinen vom Typ 737 Max gab.

Mit der Software sollen Piloten für die neuen Boeing-Modelle ausgebildet werden, von denen in den vergangenen Monaten zwei Maschinen abgestürzt waren. Die inzwischen vorgenommene Änderung betrifft dem Unternehmen zufolge die Bedienung eines nur selten verwendeten manuell bedienbaren Steuerrads, mit dem der Flugwinkel der Maschine verändert werden kann.

Boeing teilte nicht mit, wann ihm das Problem mit der Simulationssoftware auffiel und ob es die zuständige Regulierungsbehörde darüber informiert hat. Das Unternehmen versicherte allerdings, dass es bei den Veränderungen an der Software eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeite, um sicherzustellen, dass das Pilotentraining ungehindert fortgesetzt werden könne.

Boeing zufolge war die Flugsimulationssoftware nicht in der Lage, bestimmte Flugbedingungen zu simulieren, die denjenigen ähneln, die bei dem Absturz einer 737-MAX-Maschine von Ethiopian Airlines im März in Äthiopien oder einer Lion-Air-Maschine des selben Typs im Oktober in Indonesien herrschten. Bei den beiden Unglücken waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

Nach den beiden Abstürzen wurde ein weltweites Flugverbot für 737-MAX-Maschinen verhängt. In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 MAX entwickelte Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Am Donnerstag hatte Boeing mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Software-Update für Maschinen des Typs 737 MAX abgeschlossen habe. Insgesamt seien 207 Flüge mit einer Gesamtdauer von 360 Stunden mit dem aktualisierten Stabilisierungssystem MCAS geflogen worden. Bevor die 737 MAX den Flugbetrieb wieder aufnehmen kann, muss die US-Luftfahrtbehörde FAA einer Wiederzulassung zustimmen. US-Fluggesellschaften rechnen damit, dass die Maschinen ab August wieder abheben dürfen.


APA/red/kr

Bildcredit: Boeing