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Äthiopien: Vorsicht nach Flugzeugabsturz

Chinesische Airlines setzen vorerst keine Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8 ein.

Die Trauer nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien, bei dem 157 Insassen ums Leben kamen, ist groß. Die Boeing des Typs 737 Max 8 der Ethiopian Airlines verunglückte am Sonntag, dem 10. März kurz nach dem Abflug östlich des Flughafens Addis Abeba, mit Kurs auf Nairobi. Inzwischen gibt es erste Konsequenzen in der Luftfahrt. Dabei gerät US-Hersteller Boeing unter Druck. Denn die chinesische Luftfahrtaufsicht CAAC hat den heimischen Fluggesellschaften einen Tag nach dem Unglück angeordnet, Maschinen des Boeing-Typs 737 Max vorerst nicht mehr einzusetzen. Auch Ethiopian Airlines erteilte allen baugleichen Maschinen ein Startverbot. „Auch wenn wir die Unglücksursache nicht genau kennen, haben wir uns entschlossen, diese Maschinen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme am Boden zu belassen", erklärte die Fluggesellschaft am 11. März in einer Mitteilung.

Indes sind noch keine Einzelheiten über die Ursachen für den verhängnisvollen Boeing-Absturz bekannt. Laut Angaben der Airline waren insgesamt 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder aus 35 verschiedenen Nationen an Bord. Auch drei österreichische Ärzte und zahlreiche weitere Europäer zählen zu den Opfern. Darunter acht Italiener, je sieben Franzosen und Briten sowie fünf Deutsche. Die Flugortungsorganisation flightradar24 erklärte in einem Twitter-Feed, ihre Daten hätten gezeigt, dass die „vertikale Geschwindigkeit der Maschine nach dem Start instabil war". Auch der Österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm zu den Ereignissen über Twitter Stellung: „Die Nachricht vom Flugzeugabsturz in Äthiopien ist bestürzend. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme ist bei den Angehörigen der Opfer“.

Im vergangenen Oktober war eine Maschine des gleichen Typs abgestürzt. Bei dem Unglück von Lion Air war die Boeing nach dem Start in Jakarta in Indonesien ins Meer gestürzt. Damals kamen 189 Menschen ums Leben. Nach dem Lion-Air-Absturz hatte ein vorläufiger Untersuchungsbericht der indonesischen Behörden ergeben, dass das Flugzeug wegen gravierender technischer Mängel nicht hätte starten dürfen. Auf eine Absturzursache legten sich die indonesischen Ermittler aber nicht fest. Der endgültige Untersuchungsbericht steht noch aus.

Der Luftfahrtexperte Kurt Hofmann sieht nach dem neuerlichen Absturz einer fast fabriksneuen Boeing 737 Max 8 in Äthiopien eine „sehr dramatische Situation" für die gesamte Luftfahrtbranche. Es könnte sein, dass bald eine Diskussion über ein weltweites Flugverbot losgetreten wird, sagte Hofmann am Montag dem 11. März in den Ö3-Nachrichten.

Ethiopian Airlines ist mit knapp elf Millionen Passagieren pro Jahr die größte Fluggesellschaft Afrikas.

Bildcredit: Pixabay