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Steht die Zukunft in den Sternen, oder ist sie absehbar? Wohin werden wir uns als Menschheit bewegen? Und mit welchen Mitteln? Zukunftsforscher Andreas Reiter prognostiziert, dass wir im Jahr 2033 in andere Sphären reisen werden.

 

FM: Eine grundsätzliche Zukunfts- Frage, die ich mir schon oft gestellt habe: Futuristische Filme wie „Elysium“ und „Blade Runner“ sind eher Dystopien als hoffnungsvolle Prognosen. Warum wird die Zukunft eigentlich immer so schwarz gemalt?

Andreas Reiter: Ich glaube, es ist anthropologisch gesehen eine natürliche Reaktion des Menschen, dass ihm das Neue tendenziell Angst macht. Komischerweise halten die Menschen eher an dem fest, was ihnen bekannt ist. Wir kennen das ja aus dem Alltag: Man ist lieber in einer Situation, die man kennt, auch wenn man damit vielleicht nicht allzu gut zurecht- kommt. Ich glaube, das ist tief in unserer DNA eingespeichert. In unserer Kultur zumindest sind wir sehr festgefahren diesbezüglich. Außerdem braucht man für einen Blockbuster ja das Schock-Erlebnis. Wenn ich jetzt positiv zeigen würde, wie man in der Zukunft einen Wein in Südschweden trinkt, verkauft sich das vermutlich nicht.

FM: Sie prognostizieren, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis wir kommerzielle Reisen ins All unternehmen werden. Wer wird dieses „wir" sein?

Reiter: Das wird zu Beginn nur eine begrenzte Anzahl von Menschen machen können. Nicht der typische TUI-Tourist, der an die Riviera fährt, eher der japanische Multimillionär.

FM: Glauben Sie, dass das irgendwann auch für den klassischen TUI-Touristen möglich sein wird?

Reiter: Ja, ich denke schon.

FM: Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

Reiter: Es gibt ja schon alles. Wir waren schon überall zwischen und inklusive Arktis und Antarktis. Es gibt keinen weißen Fleck mehr auf der Erde. Nur nach oben und nach unten ist noch Platz. Also einerseits ins Weltall oder eben in die Tiefsee. Und dahin wird die Reise in der Zukunft gehen. Die ganz Reichen bauen sich Luxus-U-Boote und die anderen fliegen jetzt ins All.

FM: Würden Sie lieber unter Wasser reisen oder ins All?

Reiter: (lacht) Lieber ins All!

FM: Warum?

Reiter: Ich glaube, weil ich da das Gefühl hätte, den Überblick zu bewahren.
FM: Die Reisen ins All sind aber weniger als Überlebensplan der Menschheit als zur Unterhaltung gedacht, oder?

Reiter: Ja absolut, hier steckt keinerlei Dystopie dahinter. Es geht um den Reiz des Neuen. Man muss sich mal überlegen: Kein Tiroler ist früher auf die Idee gekommen, auf den Berg zu gehen. Sie haben in den Bergen gelebt und gearbeitet. Aber kein Tiroler Bauer ist auf den Gipfel gegangen. Auf den Gipfel gegangen sind die Engländer aus den Industrie-Städten. Soll heißen: Für die es fremd war und ungewöhnlich, für die war es die Sensation. Genauso ist man eben jetzt als Menschheit auf der Suche nach neuen Attraktionen.

FM: Das würde ja beinhalten, dass die Reisen in andere Sphären mit allem Luxus an Technik ausgestattet sein würden. Glauben Sie, dass es einen Gegentrend geben wird, also etwa die Hütte, auf der es nichts gibt?

Reiter: Klar, den gibt es ja jetzt schon. Es gibt immer dieses Gegenspiel. Digital Detox-Angebote sind ja schon keine Neuheit mehr. Manche sagen, das Kostbarste ist das Nichts. Ich war einmal in einem umgebauten Klosterhotel in Avignon. Das Zimmer war eine Klosterzelle, mit unbehauenem Stein. Da war nichts drin, abgesehen von einer kleinen Pritsche und einem Glastisch. Die Preise für eine Übernachtung dort sind ziemlich gesalzen.

 

Das ganze Interview lesen Sie im FaktuM 5/2018

 

Bildcredit: Pixabay