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Surfen im Flieger könnte für unvorsichtige Geschäftsreisende zum Alptraum werden

 

Steigender Kabinendruck über den Wolken: Experten zweifeln an der Sicherheit von Internet im Flieger. Hacker könnten heikle Daten von Geschäftsreisenden absaugen.

 

Es war eine lange Reise mit Störgeräuschen. Mangelnde technische Reife, langsames Tempo, hohe Tarife – Internet im Flugzeug galt fast schon als großer Flop. Trotz  vollmundiger Versprechen der Airlines wollte das Surfen über den Wolken einfach nicht abheben. Doch die Macher haben langen Atem bewiesen. Mehrere Anläufe, deutlich verbesserte Hardware und höhere Investitionen haben sich jedenfalls bezahlt gemacht. Heute erweist sich das Einloggen an Bord bei den Carriern als gefragtes Service.
Weltweit steht schon auf rund 43 Prozent der verfügbaren Sitzplatzkilometer ein drahtloses Netzwerk bereit. Damit sollte endlich alles eitel Wonne sein in dieser Sphäre des Web-Zeitalters. Dennoch tauchen über dem digitalen Himmel erneut dunkle Wolken auf. Verantwortlich dafür ist ein Thema, das die IT-Welt konstant in Atem hält: Security. Immer mehr Experten bezweifeln die Standfestigkeit der Hardware. In der Regel sind solche Einrichtungen zwar nützlich und ein gutes Angebot für Passagiere, meist laborieren sie jedoch an mangelhafter Abschirmung, so der Tenor.

„Wie bei anderen öffentlichen Netzen erfordert WLAN im Flieger überwiegend keine Authentifizierung am System. Anonymität ist also gewährleistet, und ungeschützte Rechner können ohne großen Verschleierungsaufwand attackiert werden. Da sich der Angreifer dann im gleichen Netzwerk befindet, ist die sonst meist gegebene Hürde des quasi physikalischen Zugriffs ausgehebelt. Das macht derartige Dienste sehr populär bei Hackern“, weiß Dieter Steiner, CEO des Security-Service-Providers Dracoon.

Einfache Beute

Diese Gruppe wirft ihre Netz aber keineswegs nach Personen aus, die bei Facebook Urlaubsbilder posten. Oder ein E-Mail senden, dass die Tante nach der Katze sehen soll. Vielmehr warnen Experten davor, dass eine ganz andere Klientel in den Radar krimineller Gruppen rutscht: Es sind Fachkräfte auf beruflicher Achse, im Gepäck Smartphone und Laptop mit heiklen internen Informationen. Solche Mitarbeiter sind oft eine relativ einfache Beute: Sie greifen unterwegs auf das Firmennetzwerk zu und öffnen ungewollt exakt jene Lücken, auf die organisierte Angreifer warten.
Dann sind gröbere Turbulenzen vorprogrammiert. Denn ohne Vorsichtsmaßnahmen seitens der User können Hacker während des Fluges Daten von Kunden, Partnern und Betrieben absaugen. Auch persönliches Material kann betroffen sein, warnt BCD Travel, Spezialist für das Geschäftsreisen-Management. Nicht selten sind diese Diebstähle gar nicht das primäre Ziel. Vielmehr liefert wertvolle Beute weitere Anhaltspunkte, mit denen sich die eigentlichen Attacken auf Unternehmen umsetzen lassen.
Insgesamt entsteht eine Risikozone, die aber immer noch unterschätzt wird – trotz zahlloser dringlicher Hinweise von smarten Beratern, IT-Fachkräften und Insidern. „Reisende sind sich der großen Gefahr nicht bewusst, die ein offenes WLAN-Netzwerk für ihren Arbeitgeber darstellt. Sie riskieren es, ihre Mobilgeräte mit Viren und Malware zu infizieren, die sich dann im Unternehmensnetzwerk weiter verbreiten und andere Nutzer infizieren“, betont Frank Schuchard, Information Security Officer bei BCD Travel.
Wie massiv jene Gefahr ist, die nur Realitäts-Verweigerer ignorieren können, illustriert eine Studie der Allianz Global Corporate & Specialty, dem Industrieversicherer der Allianz Gruppe. In 80 Ländern äußerten sich Unternehmen und Experten zu Bedrohungen auf betrieblicher Ebene. Es sind dabei nicht mehr bloß traditionelle Krisenzonen wie Naturkatastrophen oder Feuer, die Entscheidungsträger berühren. Laut diesem Risk Barometer liegt die Gefahr von Cybervorfällen im weltweiten Ranking jetzt auf Platz zwei.

 

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Bildcredit: BCD Travel/Martin Bjork