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Grenzenlose Freiheit

Korallenriffe im tropischen Indopazifik entdecken oder mit Bullenhaien vor der Küste von Playa del Carmen schwimmen. Die vielfältige Unterwasserwelt bietet Tauchern rund um den Globus faszinierende Begegnungen mit der Natur.

Taucher sind anders. Sprechen, durch die Nase atmen oder dem Partner einen Wunsch von den Lippen ablesen. Das alles ist unter Wasser nicht möglich. Die Spielregeln, wie wir sie an Land kennen, sind in den unendlichen Weiten der Ozeane außer Kraft gesetzt. Gleichmäßige Flossenschläge wie in Zeitlupe. Die Hände sind am Körper angelegt. Die Atmung ist ruhig und entspannt. Taucher genießen die Stille. Ein Gefühl innerer Einkehr steigt auf, der Blick in die scheinbar grenzenlose und tiefblaue Unterwasserwelt gerichtet. Und trotz aller Eleganz, die das Meer und den Taucher vereint – zur Perfektion unter Wasser braucht es auch Geschick und Kraft. Denn die lebensnotwendige Druckluftflasche mit präpariertem Atemgas trägt jeder Taucher selbst auf dem Rücken durch teils dichte Wassermassen. Spezialgebiete des Tauchsports, wie das Höhlen- oder Wracktauchen, faszinieren erfahrene Taucher und lassen sie an ihre Grenzen stoßen. Spezielle Tauchurlaube werden mittlerweile von vielen Reiseveranstaltern angeboten. Egal ob Tauchsafaris auf den Malediven oder individuelle Tauchpakete für die ausgewählte Urlaubsdestination: Tauchreisen gibt es von Mexiko über Island bis nach Australien.

Tauchen zwischen zwei Kontinenten

Zum absoluten Mekka der Tauchspots gehört die Silfra-Spalte im isländischen Þingvellir-Nationalpark, einem UNESCO-Weltnaturerbe. Denn in der Spalte mit den gigantischen Felswänden verläuft die Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Es ist der einzige Ort der Welt, an dem man zwischen zwei Kontinenten taucht. Erfahrene Taucher können hier die Krümmungen und Tunnel des Unterwasserlabyrinths erkunden. Und das bei einer Wassertemperatur von zwei bis vier Grad. Deshalb wird hier üblicherweise mit einem Trockenanzug getaucht, der das Wasser fern und den Körper warm hält. In einem großen Höhlensystem gelegen, lässt die Spalte mit ihrem kristallklaren Wasser eine Sichtweite von bis zu 100 Metern zu. Dabei soll es besondere Stellen geben, an denen sich die Unterwasserwelt nahezu ident an der Wasseroberfläche spiegelt.
Je nach Taucherfahrung kann man in der Silfra-Spalte in vier verschiedene Abschnitte eintauchen. Fische verirren sich nur selten in den steil abfallenden Spalt, doch die verschiedensten Algen sorgen für eine bunte Meereslandschaft. Außerdem können erfahrene Taucher ein Gefühl der Schwerelosigkeit erleben, wenn sie sich von der langsamen Strömung, die durch unterirdische Quellen entsteht, treiben lassen. Ein Naturschauspiel, das den nordischen Inselstaat für Taucher außergewöhnlich macht. Die „silberne Frau“, wie die Silfra-Spalte übersetzt heißt, ist eigentlich eine kilometerlange Gesteinsverwerfung, die durch das Auseinanderdriften der beiden Kontinentalplatten entstanden ist. Und Island weiterhin förmlich auseinander reißt. Denn jährlich wird die Spalte um bis zu zwei Zentimeter breiter. Ganz auseinanderdriften wird die Spalte allerdings nie, ein Aufstrom aus heißem Gestein hält die Insel zusammen. Die Unterwasserhöhlen bleiben freilich echten Tauchexperten vorbehalten.

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