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Wer den Urlaub – oder das Leben – mit einer Schriftstellerin verbringt, darf sich nicht wundern, wenn später einmal ein Buch darüber geschrieben wird. Ein Beispiel dafür ist „Ein Winter auf Mallorca“ von George Sand. Ihr Buch zählt bis heute zu den Klassikern der Reiseliteratur. Dabei war der Trip, den die französische Schriftstellerin gemeinsam mit den Kindern und ihrem Geliebten, dem Komponisten Frédéric Chopin, im Jahr 1838 unternahm, eigentlich ein Reinfall. Mallorca war damals touristisch noch nicht erschlossen – in der Hauptstadt Palma gab es keine einzige Unterkunft, und so mussten die vier in eine Pension in der Gemeinde Establiments im Hinterland ausweichen. Nach drei Wochen Sonnenschein kam der Dauerregen – was auf Mallorca im November schon einmal passieren kann.

Chopin erkrankte: „Er war von zarter Konstitution, hatte eine starke Kehlkopfentzündung bekommen und litt bald unter den Wirkungen der Feuchtigkeit. Das Haus des Windes (Son Vent), die Villa, die uns Señor Gómez vermietet hatte, wurde unbewohnbar. Die Mauern waren so dünn, dass der Kalk, mit dem die Wände beworfen waren, sich wie ein Schwamm vollsog. Nie habe ich so sehr unter Kälte gelitten, obwohl es in Wirklichkeit nicht sehr kalt war. Aber für uns, die wir es gewohnt sind, im Winter zu heizen, lastete dieses Haus ohne Kamin wie ein eisiger Mantel auf unseren Schultern“, beschreibt George Sand in ihrem Reiseroman. Danach flüchtete das Paar mit den Kindern in das Kloster von Valldemossa. Ihr Besuch hat den kleinen Ort berühmt gemacht. Jährlich besuchen Tausende von Touristen das Bergdorf. Der Aufenthalt des Künstler-Paares beschäftigte vor einigen Jahren sogar die Justiz, die entscheiden musste, in welcher Klosterzelle die beiden tatsächlich gewohnt hatten.

 

Die Erfindung des Nacktbadens

König Edward VIII., ein Mitglied des Hauses Windsor, hatte eine Vorliebe für die kroatischen Inseln. Gemeinsam mit seiner damals zukünftigen Gattin Wallis Simpson legte seine Jacht „Nahlin“ am 11. August 1936 vor der Ortschaft Banjol an. Mit einem Beiboot erreichten der König und sein Gefolge den Hafen von Rab. Danach badete das Paar in der kleinen Bucht Kandarola auf der Halbinsel Frkanj. Angeblich nackt. Das Ereignis wird bis heute als Geburtsstunde der FKK-Kultur in Kroatien gefeiert.

Ein Augenzeuge für das hüllenlose Vergnügen von Edward und Wallis findet sich allerdings nur in dem Roman „Das Wallnusshaus“ des kroatischen Schriftstellers Miljenko Jergovic. Darin erzählt die Titelheldin Diana einer Porzellanverkäuferin, dass ihr Onkel das königliche Skandalpärchen beim Baden beobachtet habe. Allerdings in der Nähe von Triest – also mehr als 70 Kilometer entfernt. Vielleicht waren die beiden Nudisten ja auch dort unterwegs.

 

Rilkes Zwiegespräch mit Engeln

Wer sich mit Sicherheit häu g am Golf von Triest aufhielt, war Rainer Maria Rilke. Sein bevorzugtes Domizil war das Schloss Duino in der Nähe von Triest. Dort zog er sich auf Einladung von Maria von Thurn und Taxis immer wieder zum Schreiben zurück. Das innige Ver- hältnis des Lyrik-Superstars zu der fein- sinnigen Fürstin dokumentiert ein über 17 Jahre dauernder Briefwechsel. Rilke selbst verfasste im Castello di Duino einige seiner „Duineser Elegien“, in denen er sich mit den Widersprüchen der „Conditio Humana“ und der Existenz von Engeln beschäftigt: „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? Und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz: Ich verginge von seinem stärkeren Da- sein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören“, schreibt Rilke in der ersten Duineser Elegie. Das Castello kann heute von Rilke-Fans besucht werden. Dem Dichter ist auch ein circa zwei Kilometer langer Spazierweg entlang der Steilküste gewidmet.

 

Die ganze Story lesen Sie im FaktuM 6/2018

Bildcredit: Pixabay