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Das Austria Center Vienna ist Schauplatz von etwa drei Vierteln der EU-Veranstaltungen in Österreich

 

Seit 1. Juli hat die Republik für ein halbes Jahr die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union inne. Speziell in den Bundesländern erweckt der Politiker-, Beamten- und Medien-Auflauf Hoffnungen auf Tourismus-Impulse und Image-Politur.

 

Gut 300 Mal macht der mehr oder weniger große EU-Tross dabei im Land Station, meist in Wien, aber auch in den Landeshauptstädten. Ähnlich war es auch schon 1998 und 2006, als Österreich zum ersten und zweiten Mal turnusgemäß für jeweils sechs Monate den Vorsitz der EU-Präsidentschaft führte. Was politisch dabei herauskam (und diesmal rauskommt), steht auf einem anderen Blatt Papier – die Präsidentschaft bietet den Ländern und ihren Oberhäuptern weniger eine Chef-, als mehr eine Gastgeber- und Vermittler-Rolle in dem EU-Organ, in welchem die Regierungen der EU-Staaten gleichberechtigt vertreten sind.
FaktuM interessiert vielmehr, was der Wanderzirkus den Städten an Wertschöpfung und Medienaufmerksamkeit bringt: Sie sind schließlich Gastgeber für Gipfeltreffen, Konferenzen und Meetings mit zum Teil mehreren Tausend Teilnehmern. Der feierliche Auftakt zu Österreichs EU-Präsidentschaft ging am letzten Juni-Wochenende im steirischen Schladming rustikal-alpin über die Bühne, doch über 80 Prozent der Präsidentschafts-Veranstaltungen (von Staatschefs- und Ministertreffen über Expertenkommissionen bis zu kleinen Workshops) finden naturgemäß im urbaneren Wien statt.

Im Schatten von Brexit und Budget

Es gilt schließlich – neben den ganz großen Themen dieses EU-Halbjahres, Brexit und Budget –, eine Unzahl an weiteren politischen Großbaustellen ernsthaft abzuarbeiten, und dabei sind vereinzelt mehrere tausend Teilnehmer zu erwarten. Christian Mutschlechner, Leiter des Vienna Convention Bureau VCB (eine Tochter von Wien Tourismus), sieht den kommenden Aufgaben für die Stadt gelassen entgegen. Er hat schließlich beim VCB schon die beiden bisherigen Präsidentschaften abgewickelt.
„Damals war viel mehr los, jetzt finden die ganz großen Gipfel und Veranstaltungen zur Ratspräsidentschaft eher in Brüssel statt“, sagt Mutschlechner. „Wir rechnen ganz grob mit 30.000 bis 50.000 zusätzlichen Nächtigungen. Das ist schön, fällt aber nicht sehr ins Gewicht.“ Wien verzeichnete schließlich im neuen Rekordjahr 2017 über 15 Millionen Nächtigungen, davon waren es zuletzt aus Kongresstourismus fast 1,9 Millionen. Das meiste seien zudem nur kleine Arbeitsmeetings, weniges dauere zwei oder drei Tage. Die bevorzugte Location für die gut 250 Events in Wien ist das Austria Center Vienna mit 24 Sälen für 100 bis 4.320 Personen.
Dass Österreich turnusgemäß die Ratspräsidentschaft übernimmt, stand schon vor sechs oder sieben Jahren fest. Seit nunmehr eineinhalb Jahren steht das Vienna Convention Bureau in dieser Angelegenheit in ständigem Austausch mit dem Organisationsbüro im Außenministerium und dem Bundeskanzleramt. Alle zwei Monate wurden etwa die provisorischen Kalender abgeglichen, um die logistischen Aufgaben mit machbarer Vorlaufzeit zu bewältigen, so Mutschlechner. Er ist auch erleichtert, „weil wir mit dem Thema Sicherheit nichts zu tun haben.“ Für die Locations der EU-Präsidentschaft außerhalb Wiens sind derartige hochrangige Politik-Events nicht ganz so „business as usual“. Mutschlechner ist aber überzeugt, dass es in den Bundesländern genug Profis gibt, die Derartiges ebenso im Griff haben.

Die vollständige Story gibt’s in der aktuellen FaktuM Print-Ausgabe!

Bildcredit: IAKW-AG/Marius Hoefinger