Skip to content. | Skip to navigation

Die Lufthansa Group baut ihre eigenen Vertriebskanäle aus – und zettelt Preiskampf an.

 

Es ist ein bedenklicher Trends für Reisebüros: Immer mehr Airlines setzen verstärkt auf eigene Vertriebskanäle, die sie mit Bestpreisen bewerben. Lufthansa hat bereits auf der diesjährigen ITB angekündigt, ihre Bemühungen in diesem Bereich zu verstärken. Ab den Hubs Frankfurt, München, Wien und Zürich werden Flüge zu Bestpreisen exklusiv über die eigenen Vertriebskanäle und via Direct Connect angeboten.

Auch Sitzplatzreservierungen auf Langstreckenflügen werden auf direkten und NDC-Buchungskanälen günstiger angeboten. Der Preisvorteil pro Strecke liegt bei rund fünf Euro. Hinzu kommt eine Miles & More-Aktion, bei der Reisende, die über Direct Connect oder die eigene Homepage gebucht haben, zusätzliche Bonusmeilen erhalten.

Diese Verkaufsstrategie schadet natürlich den Reisebüros – immer loyale Partner der Lufthansa Group. „Die Buchung im Reisebüro wird damit unattraktiver für Kunden. Reisebüros werden gezwungen, auf andere Systeme umzusteigen, um weiterhin wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können. Damit gehen aber auch sämtliche Preisvergleichsmöglichkeiten, die über GDS möglich sind, verloren“, zeigt sich Felix König, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros, empört.

Dabei hat das österreichische Kartellgericht erst vor Kurzem festgehalten, dass bei der Lufthansa-Gruppe gegenüber den österreichischen Reisebüros eine relative Marktbeherrschung vorliegt. Dies hätte nach Ansicht des Fachverbandes die Auswirkung, dass Reisebüros nicht diskriminiert bzw. ihnen keine unangemessenen Preise verrechnet werden dürften. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, für König ist es aber ein deutlicher Schritt in die falsche Richtung.

Markus Langhammer, Vertriebsleiter bei ÖAMTC Reisen, sieht die Situation entspannter: „Kunden kommen wegen der Beratung und des Services ins Reisebüro, Preissensibilität ist hier nicht ausschlaggebend.“ Die reine Flugvermittlung sei für sein Unternehmen ohnehin nicht mehr relevant. Billigairlines fahren schon lange die Strategie, dass nur mehr direkt über die Webseite gebucht werden kann, sagt Langhammer.

Bildcredit: Pixabay