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Beengte Verhältnisse sind nicht neu im Luftfahrtgeschäft. Was keineswegs nur Passagiere betrifft, die sich ihren Sitzreihen ungefähr so komfortabel fühlen wie in einer Sardinenbüchse. Auch über den Wolken herrscht dichtes Gedränge, das in absehbarer Zeit noch zunehmen dürfte. Denn ein neuer Mitspieler will abheben: „Swiss Skies“ lautet der Name jenes Projektes, hinter dem vier Profis stehen, unter anderem Adrian Bovensiepen, früher als Manager von Air Berlin und Verkaufschef von Niki tätig.

Genau in jener Preisklasse möchte das Team an den Start gehen. Der Schweizer Billigflieger plant vorerst ab Basel mit 38 Maschinen Destinationen wie die amerikanische Ostküste anzusteuern. Wer vor lauter Begeisterung sofort Tickets lösen will, muss sich aber in Geduld üben. Das Quartett jener Routiniers sucht erst einmal nach Geldgebern. 100 Millionen Dollar müssen auf das Konto, damit diesem Luftgeschäft nicht schon vor dem Start die Luft ausgeht.

Was noch einige Überzeugungsarbeit verlangen könnte angesichts zahlreicher Schwierigkeiten in dieser Industrie. Sprecher Adrian Kohler versprüht einstweilen dennoch Vorschuss-Optimismus und verweist auf den Vorteil einer geplanten Airline 4.0. – was auch immer das für den Passagier in der Realität bedeuten soll. „Wir werden durch neue Technologien in der Lage sein, erschwingliche und bequeme Flüge auf eine schönere Weise anzubieten. Die Gründer von Swiss Skies wollen ein neues Kapitel der Branche schreiben“, lautet sein selbstbewuss- tes Credo.

 

Höhenflug oder Bauchlandung

Ob dann ein Höhenflug oder eine Bauchlandung stattfindet, steht in den Sternen. In jedem Fall würde die Airline eine glatte Piste betreten. Denn der Markt für Günstig-Transporter nähert sich dem Siedepunkt. Während Passagiere fast wie am Fließband immer neue Preisaktionen nutzen dürfen, können stressanfällige Manager schlaflose Nächte einplanen. Denn für Experten ist eine Entspannung der aktuellen Lage keineswegs in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die Konkurrenz zwischen den Billigfliegern werde vielmehr zunehmen, lautet das Resultat einer Analyse der Managementberatung Oliver Wyman.

Was durchaus ein europäisches Phänomen sein dürfte. In den USA etwa kontrollieren mit American Airlines, Delta Air Lines, Southwest Airlines und United Airlines ganze vier Anbieter das Geschäft mit Passagierflügen innerhalb des Kontinents. Von einer solchen einträglichen Business-Harmonie können alle anderen Kollegen bestenfalls träumen. „Auf dem fragmentierten europäischen Markt herrscht nach wie vor eine hohe Wettbewerbsdynamik. Selbst wenn es kurzfristig zu einer punktuellen Konsolidierung des Angebots kommen kann, rechnen wir mittelfristig mit einem anhaltend hohen Preisdruck“, erklärt Björn Maul, Partner bei Oliver Wyman.

 

Ausbau der Flotten

Dafür sorgt alleine die strukturelle Aus- gangsbasis, die Insider grundsätzlich eher argwöhnisch beäugen: Über 40 Gesellschaften buhlen aktuell in Euro- pa um Passagiere. Vor allem Billig ie- ger setzen auf Expansion durch den Ausbau ihrer Flotten. Deshalb werden die Airlines bis 2022 ihre logistische Hardware um 600 Flugzeuge auf 5700 Stück erweitern, was einem Plus von 12 Prozent entspricht.

„Die neuen Flugzeuge sind im Schnitt größer als die bestehenden Maschinen. Damit steigt die Gesamtkapazität noch stärker. Aktuell schätzen wir diese Steigerung bis 2022 auf ungefähr 25 Prozent“, konstatiert Maul. „Das Luft- fahrtgeschäft in Europa ist von Marktir- rationalitäten geprägt. Dem Aufbau der Kapazitäten von 4,9 Prozent pro Jahr steht laut der Zivilluftfahrtorganisation ICAO nur ein Nachfragewachstum von 2,5 Prozent jährlich gegenüber.“

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie im FaktuM 6/2018

 

Bildcredit: Pixabay