Skip to content. | Skip to navigation

"Never change a running system“, ist der goldene Spruch in der IT-Branche. Für den Tourismus ist dieser nicht anwendbar. Denn hier sind Innovation und neue Attraktionen das Um und Auf, um den Kunden im Liegestuhl zu halten.  Zu den Destinationen, denen das seit Jahren gelingt, gehört Spanien. Es ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Österreicher. Insgesamt 57,7 Mio. Touristen reisten 2012 nach Spanien; 2,7% mehr als 2011. Bis Ende September reisten 510.864 Österreicher nach Spanien. Das bedeutet zwar ein Minus von 3,92%, doch das Land gehört dennoch weiterhin zu den beliebtesten Reisezielen hierzulande. Und dort vor allem die Balearen, Katalonien, die Kanaren und Madrid.
Obwohl die Balearen auch heuer das beliebteste Ziel waren, mussten sie einen Besucherrückgang von 21,78% in Kauf nehmen. Beunruhigt ist man deswegen beim spanischen Fremdenverkehrsamt aber nicht. „Wir gehen davon aus, dass dieser Rückgang am starken Anstieg im Jahr 2011 liegt. Damals sind viele Urlauber von Tourismusdestinationen wie Tunesien und Ägypten anlässlich der ‚arabischen Revolution’ nach Spanien ausgewichen. 2012 hat sich das Besucherniveau dann sozusagen wieder normalisiert“ sagt Birgit Litschel, Sprecherin der Turespaña in Österreich.
Baden ist immer noch der wichtigste Entscheidungsgrund, um in Spanien zu urlauben. Doch auch Kurztrips und Städtereisen (bei Männern besonders in Kombination mit dem Besuch eines Fußball-Matches) werden beliebter und stärken den Winter-Tourismus. Ebenso wie eine Initiative, um Spanisch-Lernen, gekoppelt mit einem Urlaub für den Durchschnitts-Gast, schmackhaft zu machen. „Spanischkurse werden immer mehr angenommen, unter anderem von Stammgästen, die noch mehr Zugang zur Kultur und Seele Spaniens bekommen möchten“, sagt Litschel.
Bei TUI, insbesondere  bei Gulet Touris­tik, setzt man 2013 in Spanien auf neue Destinationen. Die Regionen Los Cristianos auf Teneriffa, Benalmádena an der Costa del Sol und Magaluf sind die Newcomer im Programm. Magaluf im Südwesten Mallorcas ist bekannt für sein großes Unterhaltungsangebot. Ein besonderer Tipp ist das Sol Wave House, eine Vier-Sterne Lifestyle-Hotelanlage direkt am Strand. Hauptattraktion sind zwei Pools mit Surferwellen. Der sogenannte FlowBarrel®Ten, der perfekte Tunnelwellen erzeugt, ist bisher einzigartig in Europa. Auch bei individuellen Plänen unterstützt Gulet seine Kunden – und zwar mit den „Fly, Drive & Sleep“- Angeboten. Das Unternehmen bietet eine neue Mietwagenreise in Südspanien an, auf der die Gäste den Zauber der Paradores und die Sehenswürdigkeiten der andalusischen Städte erleben. Die Hotels sind vorreserviert, das Besichtigungsprogramm gestalten die Gäste aber selbst.
Bei Thomas Cook Austria empfiehlt man in diesem Frühling Mallorca. Nicht nur die Mandel-, sondern auch die Orangenblüte lockt Jahr für Jahr Naturliebhaber auf die Insel. „Beste Chancen für die volle Blütenpracht hat man Mitte/Ende April. Unternimmt man z.B. mit dem Roten Blitz eine nostalgische Eisenbahnfahrt nach Sóller, wird man vorbeigeführt an zahlreichen Orangenbäumen. Nicht versäumen sollte man auch das köstliche Orangeneis“, sagt Produktmanagerin Martina Frühbeiss.
Für Spanien-Urlauber, die es besonders eilig haben, bietet der Hochgeschwindigkeitszug AVE eine tolle ­Möglichkeit. Mittlerweile lassen sich durch ihn 18 Städte, die sich zur Vereinigung der „Ciudades AVE“ zusammengeschlossen haben, entdecken. „Die moderne Route des 21. Jahrhunderts führt von Andalusien nach Katalonien ans Meer bis Barcelona und Tarragona oder zum Tor der Pyrenäen nach Lérida, zu den geschichtsträchtigen Städten und Burgen von Kastilien León und La Mancha, in die Hauptstadt Madrid, ins lebensfrohe Valencia und ins unbekannte Aragonien“, schwärmt Litschel. 
Sie verrät auch ihren ganz persönlichen Spanien-Geheimtipp: „Die Extremadura ist noch ein eher unbekanntes Fleckerl Spaniens. Landschaftlich wunderschön, sehr unberührt. Fast jede Stadt der Extremadura hat ein eindrucksvolles kulturelles Erbe oder ist UNESCO-Kulturerbe. Zudem lockt die Region mit einer unvergleichlichen Gastronomie.“ Litschel hebt besonders den „jamón ibérico“ von iberischen Schweinen – „einen der besten Schinken der Welt“ – hervor. „In der Regionalhauptstadt Mérida darf man sich das dortige Denkmalensemble nicht entgehen lassen“, fährt die Spanien-Expertin fort. „In Cáceres ist die Altstadt ein Muss, ebenso wie das nahe gelegene königliche Kloster Santa María de Guadalupe.“ 

Über die Grenze

Wer gerne in Spanien urlaubt,  bei dem ist es gut möglich, dass er auch Portugal in sein Herz schließen könnte. Die Gästezahlen sprechen jedenfalls dafür. Nach aktuellen Angaben des portugiesischen Statistikamts INE verzeichnete Portugal 2012 bei der Anzahl ausländischer Touristen ein Wachstum von 3,9% gegenüber dem Vorjahr (auf 7,7 Mio. Gäste). Mit einem Zuwachs von 21,3% haben österreichische Reisende zu diesem Erfolg beigetragen. Mit 91.701 Besuchern lag der Anteil der Alpenrepublik bei 1,2%.
Die Top-Urlaubsregion österreichischer Portugal-Reisender ist die Algarve (26.428 Besucher). Sie ist besonders aufgrund ihrer Naturschönheiten beliebt. Das kann auch das Portal tripadvisor bestätigen: Bei den „Travellers‘ Choice Awards“ voteten User zwei Strände der Algarve unter die 25 europäischen Favoriten: der Falésia-Strand in Albufeira belegte den 18. Platz, auf Platz 22 kam der Strand Ponta da Piedade in Lagos.
Die Naturschönheiten sind in Portugal gottgegeben, doch auch was Infrastruktur und Unterbringung betrifft, bemüht man sich um immer neue Angebote. In der Küstenstadt Viana do Castelo, im Norden Portugals, entsteht in den historischen Gemäuern der alten Avianense-Schokoladenfabrik aus dem Jahr 1914 ein charmantes Schokoladen-Hotel mit 18 Zimmern, bei dem sich inhaltlich natürlich alles um die süße Versuchung dreht. „Viana do Castelo war einst ein bedeutender Ort für Entdeckungsreisen und betört heute durch gewundene Straßen, die an eindrucksvollen Palästen und Häusern vorbeiführen sowie einen lebhaften Fischereihafen“, erklärt Antonio Teixeira, Sprecher des Fremdenverkehrsamts Portugal. 
Ganz klassisch hingegen eröffnete im November  das Villa Pampilhosa Hotel in Zentralportugal. Das Vier-Sterne-Haus in Pampilhosa da Serra verfügt über 52 Zimmer, von denen sich zwölf miteinander verbinden lassen. Im Restaurant „O Buke“ finden die Gäste regionale Spezialitäten auf der Speisekarte.
Doch es geht auch einfacher. Das historische Zentrum von Évora wird nach Porto die neue Heimat des zweiten B&B Hotels in Portugal. In der Rua do Raimundo öffnet es auf einer Fläche von 3.100 Quadratmeter im zweiten Halbjahr 2013 seine Pforten. Besonders reizvoll ist die Hotelfassade, die zum Teil aus den Außenmauern einer alten Stierkampfarena besteht. Aber auch die Lage ist sehr ansprechend: Das historische Zentrum Évoras gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist umgeben von einem breiten Mauerring, der über die Jahrhunderte erhalten geblieben ist.
Bei Jahn Reisen empfiehlt man in Portugal ganz besonders das Fünf-Sterne „ltiThe Vine“ auf Madeira, aus der Produktlinie Jahn Reisen Select. Das Designhotel thront stylisch über der Stadt und zeichnet sich durch innovatives Interieur  und die Visionen der preisgekrönten portugiesischen Designerin N.A. Silva aus.  Kernpunkt ist ein ganz besonderer Service: für die Jahn Reisen-Gäste ist der lti-Concierge im Preis inkludiert. Dabei steht ein persönlicher Gästeberater als Ansprechpartner für alle Urlaubswünsche zur Verfügung.
Bei Thomas Cook ist man weiterhin vom Klassiker Madeira überzeugt. „Ein kleiner Geheimtipp ist die Kombination zweier Inseln, die gegensätzlicher nicht sein könnten“, sagt Frühbeiss. Damit gemeint sind Madeira und Porto Santo, das etwa 24 Kilometer nordöstlich der Hauptinsel liegt. „Madeira ist die grüne Blumeninsel mit zahlreichen Wanderwegen und einer ganzjährigen Pflanzenpracht. Auf der Nachbarinsel gibt es hingegen einen neun Kilometer langen, goldfarbenen Sandstrand für einen ruhigen Badeurlaub“, so Frühbeiss.
Die weitere Entwicklung des portugiesischen Tourismus fußt auf verschiedenen Säulen. „Wir wollen unterschiedliche Produkte entwickeln, wie Gesundheits­tourismus, Kauf von Ferienimmobilien oder Aktivurlaub“, sagt Joao Castro von Portugal Tourismus.  Des weiteren setzt man auf die Konsolidierung von Märkten wie Großbritannien, Deutschland, Spanien, Frankreich, aber auch die Entwicklung von neuen Märkten wie Polen, Brasilien, Indien oder China.


Autor: Kerstin Jamnig
Foto © Thomas Cook<br>