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Neue Interessenten, näher rückende Fristen: Viel Bewegung um Niki.

 

Was bisher geschah: Nach dem überraschenden Rückzug des Kaufangebots der Lufthansa, musste die österreichische Air Berlin-Tochter Niki vergangene Woche Insolvenz anmelden. Zehntausende Reisende sind gestrandet, über tausend Mitarbeiter stehen kurz vor Weihnachten ohne Job da.

Noch gibt es Hoffnung, dass Niki gerettet werden könnte. Insolvenzverwalter Lucas Flöther hofft auf einen Kauf in letzter Minute. Doch die Zeit drängt: am 20. Dezember läuft die Betriebserlaubnis aus. Ist bis dahin kein Käufer gefunden, sind die wertvollen Start- und Landeslots weg. Ohne die wäre Niki praktisch wertlos.

 

Kritik an Lufthansa

Erschwerend kommt hinzu, dass Niki nur mehr über zwei oder drei Flugzeuge verfügt. Zuletzt hatte Niki noch 21 Airbus-Maschinen sowie sieben Flugzeuge der TUI-Tochter TUIfly im Einsatz. Während der Querelen um die Niki-Übernahme, verhandelte die Lufthansa im Hintergrund separat über die Übernahme der Mietverträge der Niki-Flugzeuge. So ging der Großteil der Maschinen an die Lufthansa – auch ohne den Kauf der Fluggesellschaft. Das ist ein Problem für Niki, denn ohne eigene Flotte würde die Airline ihre Flugbetriebsgenehmigungen verlieren.

Die Lufthansa steht wegen der Flugzeug-Mieten nun in der Kritik. Im Kurier meldete sich Niki-Gründer und Ex-Formel 1-Rennfahrer Niki Lauda erbost zu Wort: "Die Lufthansa bekommt NIKI nicht, hat sich aber die Flugzeuge gesichert, sucht um die Slots an und bekommt diese auch. NIKI aber ist zerstört.“

Gegenüber der APA wies Lufthansa diese Vorwürfe zurück. Findet sich ein Käufer für Niki müssten die Maschinen ohnehin zu Marktkonditionen abgetreten werden. So ist es in der Entscheidung der EU-Kommission festgelegt. Lufthansa habe die Leasingverträge der Maschinen nur übernommen, damit der Flugbetrieb von Niki aufrechterhalten werden konnte.

 

Neue Interessenten

Die Hoffnung von Insolvenzverwalter Flöther ist auf jeden Fall nicht unberechtigt. Niki war das attraktivste Asset der Air Berlin. Die Airline erwirtschaftete – anders als die deutsche Muttergesellschaft – noch bis zum Vorjahr Gewinne. Nach dem Ausstieg der Lufthansa meldeten sich gleich mehrere Interessenten, darunter die irische Airline Ryanair, Reiseveranstalter Thomas Cook, Gründer Niki Lauda und ein Bieterkonsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak. Die Bietergemeinschaft hat von Air Berlin bereits die Techniksparte sowie die Frachttochter Leisure Cargo übernommen.

Heiß umworben sind auch die Mitarbeiter der insolventen Fluglinie. Die Lufthansa will sie für Eurowings ebenso anwerben, wie die AUA. In beiden Fällen sollen in den nächsten Wochen rund 500 Jobs neu besetzt werden. Die ÖBB wirbt ebenfalls um Niki-Mitarbeiter als Zugbegleiter, Fahrdienstleiter, Buslenker und Verschieber. Bis zu 200 Stellen könnten mit Ex-Niki-Personal besetzt werden.

Bildcredit: Archiv