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Was geschieht mit Niki?

 

 

Zeitliche Verzögerung durch EU-Bedenken.

 

Nachdem die EU-Kommission am Freitag angekündigt hat, dass sie sich mit der Entscheidung zur Übernahme von Niki durch Lufthansa bis zum 21. Dezember Zeit lassen will, ist neuerlich ein Tauziehen  um die Startrechte der insolventen Airline entfacht worden. Bekanntlich hat EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erhebliche Bedenken gegen den Deal geäußert. Als Reaktion habe sich Lufthansa bereit erklärt, auf eine größere Anzahl von Start- und Landerechten in Berlin, Düsseldorf oder Palma de Mallorca zu verzichten, berichtet die DPA.

Niki Lauda hat bereits zu Protokoll gegeben, weiter interessiert zu sein, wenngleich er angeblich sein Angebot nicht erneuern wolle. Ebenso hat die British Airways-, Iberia- und Vueling-Mutter IAG Interesse an der Insolvenzmasse bekundet (FaktuM berichtete in beiden Fällen). Derweilen machen in der Branche Sorgen die Runde, was passiert, wenn die Lufthansa die Zahlungen für Niki einstellt: Das hatte der Kranich angedroht, falls sich die Übernahme noch lange (sprich: ins nächste Jahr) hinzieht. Die Airline würde den Ausfall wohl nicht überleben.

Plötzlich ist auch Ryanair wieder im Ring. Sie hat sich um die Stationierung von neun Fliegern auf dem Flughafen Tegel beworben. Dort will bekanntlich Billigflieger-Konkurrent Easyjet 25 Maschinen aus dem Airberlin-Nachlass betreiben.

 

Verdi erwägt Klage

 

Auch aus der Sicht der Arbeitnehmer ist die Insolvenz von Airberlin noch nicht ultimativ geklärt. Die Gewerkschaft Verdi plant, dagegen zu klagen. Denn bislang gibt es immer noch keinen Sozialplan für rund 3.200 Flugbegleiter. Die Verhandlungen stagnieren. Für die bisherigen Airberlin-Mitarbeiter drängt die Zeit, da sie momentan ohne Gehalt freigestellt sind. Erst nach Abschluss des Interessenausgleichs erfolgen die Kündigungen, mit denen die Betroffenen Arbeitslosengeld erhalten. Die widerrufliche Freistellung signalisiere, dass der Arbeitgeber die Beschäftigten unter Umständen wieder einstellen könnte, so die Gewerkschaft. Das erschwere den Betroffenen Maßnahmen zur sozialen Absicherung

 

Update: Laut Medienberichten hat Insolvenzverwalter Lucas Flöther die Wirtschaftsprüfer von PwC damit beauftragt, zu prüfen, ob sich die verantwortlichen Manager bei der Air Berlin-Pleite der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht haben.

Bildcredit: Niki