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Easyjet startet Linienflüge ab Berlin-Tegel.

 

Stand heute, kann Easyjet als einer der Profiteure der Air Berlin-Pleite gesehen werden. Um 40 Millionen Euro erwarb die britische Fluglinie Unternehmensanteile der insolventen Air Berlin, darunter 25 Maschinen. Auch rund 1.000 Mitarbeiter der Air Berlin wurden von Easyjet übernommen.

Nach einigen Monaten Vorlaufzeit kommen diese Maschinen nun seit vergangenem Wochenende zum Einsatz. Am Freitag startete die erste Easyjet-Maschine vom Flughafen Berlin-Tegel, der – dank Air Berlin-Deal – zum neuen Easyjet-Hub geworden ist. Die 25 dort stationierten Maschinen der Air Berlin fliegen nun unter der Flagge von Easyjet. Zusammen mit den zwölf Maschinen, die der Billigflieger in Berlin-Schönefeld stationiert hat, ist Berlin somit auf einen Schlag zur zweitgrößten Basis der Fluglinie nach London-Gatwick avanciert.

 

Hohe Erwartungen an neue Basis

An die neue Basis hat man hohe Erwartungen. Laut Easyjet-Finanzchef Andrew Findlay will man zur Nummer eins am Berliner Markt aufsteigen. Die Vorzeichen dafür stehen gut. Seit 7. Jänner werden von Berlin-Tegel aus 19 Ziele angeflogen, bis zum Ende der Sommersaison sollen es dann bereits 40 Strecken sein. Aktuell liegen vier dieser Ziele in Deutschland (Frankfurt, Stuttgart, München, Düsseldorf), Easyjet weitet damit sein Angebot an Inlandsflügen in Deutschland deutlich aus.

Die Erweiterung des Easyjet-Streckennetzes sollte die Lage im innerdeutschen Flugverkehr wieder etwas entspannen. Im Geschäftsjahr 2018 (bis Ende September) rechnet man mit 18 Millionen Fluggästen aus Deutschland – das wären zehn Millionen mehr als im Vorjahr.

Das zusätzliche Angebot sollte auch wieder zu Preissenkungen auf den innerdeutschen Strecken führen. Die waren nach dem Aus für Air Berlin massiv angestiegen, da die Lufthansa auf diesem Markt für ein paar Monate ein Quasi-Monopol ausüben konnte. Noch ist aber abzuwarten, ob der erhöhte Konkurrenzkampf tatsächlich zu Preissenkungen führt.

 

Illegale Klausel

Zeitgleich machte Easyjet noch auf andere Weise Schlagzeilen. Eine Klausel in den Geschäftsbedingungen wonach Kunden keine Steuern und Gebühren rückerstattet bekommen, wenn sie von ihrem Beförderungsvertrag zurücktreten, wurde vom Landgericht Frankfurt gekippt.

Nicht angefallene Steuern und Gebühren dürften nicht den Kunden verrechnet werden. Das Gericht gab damit einer Klage der Wettbewerbszentrale aus Bad Homburg statt. Im Wiederholungsfall wurde Easyjet ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro angedroht.

Bildcredit: Pixabay