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Ein Trio soll nun die Verhandlungen mit den Bietern weiterführen und einen Abschluss anstreben.

 

Nach der grundsätzlichen Entscheidung über die Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin beginnt nun die Detailarbeit. Ein Trio solle nun die Verhandlungen mit den Bietern weiterführen und einen Abschluss anstreben, teilte die Air Berlin mit. Verantwortlich seien Airlinechef Thomas Winkelmann sowie der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus und Sachwalter Lucas Flöther.

Air Berlin hat insgesamt mehr als 8.000 Beschäftigte und 144 Flugzeuge. 38 davon samt Besatzungen hat Eurowings schon geleast, die Lufthansa-Billigtochter wirbt bereits neues Personal an. Zeitversetzt läuft der Verkauf der airberlin-Techniksparte mit 850 Beschäftigten in Berlin und Düsseldorf. Airberlin sammelt noch bis zum 6. Oktober Angebote.

Das Land Berlin arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit an einer Transfergesellschaft für airberlin-Mitarbeiter, die nach der Insolvenz und dem Verkauf der Fluggesellschaft keine Chance auf eine Weiterbeschäftigung haben. Dabei sei auch geplant, vor allem Mitarbeitern aus der Berliner Firmenzentrale freie Stellen im Berliner Landesdienst anzubieten, sagte Senatskanzleichef Björn Böhning der „Berliner Morgenpost“ (Freitag-Ausgabe).

Air Berlin beschäftigt in der deutschen Hauptstadt etwa 2.800 Mitarbeiter. Für rund die Hälfte, so die derzeitigen Erwartungen, werde es keine Perspektive bei einer anderen Airline geben, heißt es in dem Bericht. Dazu dürften viele Bürokräfte, IT-Fachleute und Verwaltungsmitarbeiter aus der Zentrale in Berlin zählen. Im Land Berlin sind derzeit rund 4.000 Stellen nicht besetzt.

Wie die „Berliner Morgenpost“ weiter berichtet, bereitet sich die Flughafengesellschaft für kommenden Montag auf einen chaotischen Tag in Tegel vor. Es werde befürchtet, dass an diesem Tag ein Teil der bisher von airberlin betriebenen Flugzeuge am Boden bleiben wird, sagte ein Flughafensprecher der Zeitung. Vermutlich würden vor allem solche Jets nicht starten, die in keinem der Übernahme-Pakete enthalten sind, heißt es in dem Bericht. Die Strecken, die womöglich nicht verkauft sind, würden dann voraussichtlich auch nicht mehr bedient.

Die Flughafengesellschaft arbeitet demnach nun an Szenarien, wie Passagiere informiert und betreut werden können, deren Flüge nicht mehr stattfinden. Auf jeden Fall am Boden bleiben Montag die Langstreckenflüge von Air Berlin. Das Aus für diese Strecken hatte die Fluglinie bereits vor einiger Zeit für den 25. September angekündigt.

Der Verkauf von Sir Berlin gilt als politisch heikel - nicht zuletzt wegen der staatlichen Beihilfe. Regierungsmitglieder wie die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatten sich sehr früh dafür ausgesprochen, dass die Lufthansa große Teile von Air Berlin übernimmt. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte sich für den deutschen Branchenprimus starkgemacht und eine Übernahme durch den irischen Rivalen Ryanair abgelehnt. Dessen Chef Michael O'Leary kritisierte das Bieterverfahren als „abgekartetes Spiel“ (FaktuM berichtete) zugunsten der Lufthansa und verzichtete auf ein Angebot.

APA
Bildcredit: Air Berlin