Final Destination

 

Jeder weiß es, kaum einer glaubt's: Am 21.12.2012 geht die Welt unter. Findige Marketer schlagen daraus geschickt Profit. Auch im Tourismus. Und sollte die Nachfrage nach Reisen ans Ende aller Tage doch nicht so groß sein wie erhofft: Macht nichts. Kommt eh der Komet.

 

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Spekulantius

Fadesse im Sommer? Nicht in der Touristik. Allein Konzern-Riese TUI sorgt hierzulande und in Deutschland regelmäßig dafür, dass keine Langeweile aufkommt.


Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen – in Sachen Gerüchte rund um Europas größten Touristikkonzern (und derer sind da wahrlich genug) bleibt einem häufig keine andere Taktik. Denn die mächtige TUI spielt allzu gern die wortkarge Diva, wenn es um Stellungnahmen zu aktuellen Unternehmensentwicklungen geht. Das konnte man lange genug beim Thema Magic Life-Verkauf verfolgen. Auch derzeit ziert man sich gehörig.

 

So berichtete etwa die „Financial Times Deutschland“ am 1.9., die TUI wolle die Beteiligung von 43,3% an Hapag-Lloyd (geschätzter Wert rund 1,2 Mrd. Euro) veräußern und damit die noch ausstehenden Anteile an TUI Travel (42,5%) aufkaufen. Ein neuerlicher Versuch, die TUI rein auf Touristik umzumodeln. Woran Chef Michael Frenzel schon einmal gescheitert ist. Von der Aufsichtsratssitzung kommende Woche ist keine Entscheidung, aber eine Weichenstellung zu erwarten. Dann könnte Frenzel, dessen Vertrag in eineinhalb Jahren ausläuft, seinem Nachfolger vielleicht wirklich einen reinen Touristikkonzern übergeben. „Ein TUI-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern“, so die FTD.

 

Kurz zuvor brachte eine Mitteilung des österreichischen Kartellamts ans Licht, dass der russische TUI-Aktionär Alexej Mordaschow, der mit seiner Beteiligungsgesellschaft S-Group derzeit rund 18% hält, seine Anteile aufstocken will. Auf mehr als 25%. Der Plan des Multimilliardärs wird derzeit geprüft, Analysten sehen darin durchaus positive Effekte für den Tourismuskonzern. Und jetzt die Überraschung: Der  TUI-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

 

Den Aktienkursen bekommen derlei unbestätigte Gerüchte jedenfalls nicht schlecht. Nach Bekanntwerden von Mordaschows Ansinnen legten die TUI-Papiere merklich zu, auch die TUI Travel-Aktien profitierten von den Übernahmespekulationen.

 

Auch hierzulande gibt es immer genügend Gesprächsstoff. Abgehakt: Vor rund einem Jahr verließen Uwe Schmidt und Ronald Rudolph im Zuge der Umstrukturierung die österreichische TUI-Gruppe. Kurz darauf holte sich der Smiley-Konzern Norbert Draskovits für BCD Travel ins Boot. Der lang erwartete Verkauf von Magic Life trieb Dieter Zümpel zurück nach Deutschland. Die Markenführung wurde zwischen TUI Österreich und Deutschland aufgeteilt, Bernd Stoiser zu diesem Behufe zur TUI übersiedelt.

 

Nicht abgehakt: der zukünftige Weg von Andreas Karsten, und dessen Behauptung, das Produkt Magic Life werde in seiner Breite erhalten bleiben. Die (wahrscheinlichen) Änderungen in punkto Vertriebsöffnung von Magic Life: das dieser Tage angekündigte neue Konzept von Club Magic Life und Blue Collection: Man wolle sich für den Sommer 2011 neu aufstellen, kündigte COO Sena Uzgören an. Wie genau, wolle man Ende September bekanntgeben. Ob da wohl ein Plätzchen für Reinhard Kotzaurek geschaffen wird? Was der bei TUI so „ganz anderes“ machen wird, ist nämlich auch noch offen …

 

Ihre

 

Verena Plank

Chefredakteurin

 

PS: Für viele Fragen sorgt der Abgang vom TraviAustria-Geschäftsführer Bernhard Wegscheider. Warum der nach so vielen Jahren das Handtuch warf, geht vielen nicht ein. Oder wurde es gar geworfen? FaktuM-Leser wissen demnächst mehr. Da geht’s um Gewinne, ums Pokern und um den hochkarätigen Nachfolger Rudolf Mertl, der immerhin internationaler Verkaufschef der AUA war, bevor er die AUA/LH-Integration managte. Darüber mehr im nächsten FaktuM.

 

 

 

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